Masters 2026: Rory verteidigt in Augusta – und Scheffler, Young & Rose jagen vergeblich

Masters 2026: Rory verteidigt in Augusta – und Scheffler, Young & Rose jagen vergeblich

Rory McIlroy hat das Masters 2026 gewonnen – und zwar auf genau die Rory-Art, die Golf gleichzeitig großartig und nervenzerfetzend macht. Nach vier Tagen voller Schwankungen, einer historischen frühen Führung, einem wackligen Wochenende und einem dramatischen Finish auf der 18 verteidigte der Nordire seinen Titel im Augusta National mit -12 und holte sich zum zweiten Mal in Folge das Green Jacket. Direkt dahinter: Scottie Scheffler bei -11. Auf Rang drei landeten Tyrrell Hatton, Russell Henley, Justin Rose und Cameron Young mit jeweils -10.

Die Story des Turniers: frühe Dominanz, spätes Zittern, großer Champion

McIlroy hatte sich das Fundament für diesen Sieg schon an den ersten beiden Tagen gelegt. Nach einem brillanten Freitag stand er bei -12 und hatte damit laut mehreren Berichten die größte 36-Loch-Führung der Masters-Geschichte. Danach wurde es deutlich unordentlicher. Genau das machte diesen Sieg aber fast noch eindrucksvoller: Er war eben kein Start-Ziel-Spaziergang, sondern ein Titel, den McIlroy sich im Chaos wieder zurückholte.

Am Sonntag sah es zwischenzeitlich so aus, als könnte Augusta ihn noch einmal verschlucken. Justin Rose führte kurzzeitig, Scheffler machte Druck aus dem Clubhaus, Cameron Young war nach seinem Samstagssturm mittendrin. Doch McIlroy beantwortete die kritische Phase an der Amen Corner mit den Schlüsselschlägen des Tages.

Die entscheidenden Momente an 12 und 13

Im Butler Cabin sagte McIlroy später, die Tee-Shots an der 12 und 13 seien die wichtigsten des ganzen Finaltags gewesen. Laut Guardian nannte er die 12 ausdrücklich als vielleicht entscheidenden Schlag der Runde. Erst die Attacke auf der 12, dann der Birdie-Impuls auf der 13 – genau dort zog er das Turnier wieder an sich.

„I can’t believe I waited 17 years to get one Green Jacket and now I get two in a row … all of my perseverance has really started to pay off … the tee shot on 12 [was the most important shot] … birdie there following birdie on 12 was massive.“

Das ist genau die Essenz dieses Turniers: Rory war nicht perfekt, aber in den Schlüsselmomenten mutig genug. Fox 5 Atlanta beschreibt, wie er an der 12 aggressiv über Rae’s Creek ging, Birdie machte und sich anschließend mit einem weiteren Birdie an der 13 Luft verschaffte.

Schefflers Sonntag: die perfekte Aufholjagd, nur ein Schlag zu spät

Scottie Scheffler spielte den Finaltag wie eine Maschine. Seine 68 brachte ihn auf -11, und laut NBC Sports spielte er das komplette Wochenende bogeyfrei. Das ist absurd gut – vor allem auf einem Platz, der an einem Sonntag in Augusta normalerweise immer irgendwo einen Fehler erzwingt.

„I put up a good fight this weekend … starting 12 shots back on Saturday is not ideal … to give myself a good chance on Sunday was definitely a good fight … come up short … but proud of how I played.“

Mehr kann man es kaum auf den Punkt bringen. Scheffler hat McIlroy nicht den Titel weggenommen, aber er hat ihn gezwungen, bis zum letzten Loch weiterzuspielen. Genau dieser Druck machte Rorys Sieg am Ende so wertvoll.

Cameron Young: erst der große Samstag, dann ein Finaltag ohne Punch

Cameron Young war einer der großen Spannungstreiber dieses Masters. Seine 65 am Samstag brachte ihn zurück in den Titelkampf und ließ das Wochenende plötzlich offen erscheinen. Laut Golf Digest war das sein bester Score in 15 Masters-Runden; damit machte er massiv Boden auf McIlroy gut und ging mit echter Chance in den Sonntag.

Am Ende wurde es eine 73 und Platz T3 bei -10. Das ist stark, aber eben nicht der ganz große Durchbruch. Young war im Rennen, doch auf dem letzten Stretch fehlte die entscheidende Attacke.

„Cameron Young … ran him so close.“

Dieser Guardian-Satz ist knapp, aber passend: Young war kein Statist im Endspiel, sondern ein echter Mitstreiter. Dass er am Ende trotzdem „nur“ geteilter Dritter wurde, zeigt, wie brutal Augusta einen kleinen Rückschritt sofort bestraft.

Justin Rose mal wieder nah dran – und wieder ohne Jacket

Auch Justin Rose hatte dieses Masters zwischenzeitlich in der Hand. Er spielte sich am Sonntag nach vorne, führte kurzzeitig und brachte die alte Augusta-Erzählung zurück: der erfahrene Rose, noch einmal vor einem ganz großen Moment. Doch die Bogeys auf 11 und 12 nahmen ihm den Schwung.

„I was right there … two untimely bogeys at 11 and 12 … played well … gave myself every opportunity … Amen Corner got me this time.“

Das ist bitter, aber ehrlich. Rose war da, hatte seine Chance – und genau an dem Teil des Platzes verloren, an dem die Masters so oft kippen.

Warum dieser Rory-Sieg hängen bleibt

Es gibt Siege, die dominant sind. Und es gibt Siege, die im Kopf bleiben, weil der Sieger durch die Krise musste. Dieses Masters gehört klar in die zweite Kategorie. McIlroy hatte die historische Ausgangslage, verlor zwischendurch Rhythmus und Sicherheit, und fand dann doch wieder genau die Schläge, die Champions ausmachen.

Mit dem Sieg gehört er nun zu dem kleinen Augusta-Kreis der Titelverteidiger neben Jack Nicklaus, Nick Faldo und Tiger Woods. Außerdem steht er jetzt bei sechs Major-Titeln und zog damit mit Nick Faldo gleich.

Oder kurz gesagt: Rory hat nicht einfach das Masters gewonnen. Er hat sein eigenes Narrativ noch einmal umgeschrieben – vom Mann, der früher an den Nerven scheiterte, zum Mann, der in Augusta mittlerweile auch dann gewinnt, wenn es hässlich wird.

Endstand Masters 2026

  • 1. Rory McIlroy -12
  • 2. Scottie Scheffler -11
  • T3. Tyrrell Hatton -10
  • T3. Russell Henley -10
  • T3. Justin Rose -10
  • T3. Cameron Young -10

Verwendete O-Töne und Turnierdetails aus Live- und Nachberichten von The Guardian, NBC Sports, Golfweek/USA Today und Fox 5 Atlanta; Zitate sinngemäß bzw. wörtlich aus den dort wiedergegebenen Interviews/Butler-Cabin-Aussagen.